Eine Krankheit, eine Operation oder ein längerer Krankenhausaufenthalt können den Alltag erheblich erschweren. Wenn Betroffene ihren Haushalt vorübergehend nicht mehr selbstständig führen können, werden selbst alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäschewaschen zu einer großen Herausforderung. Besonders schwierig ist die Situation, wenn keine Angehörigen in der Nähe wohnen oder andere Familienmitglieder die notwendigen Arbeiten nicht übernehmen können.
In solchen Fällen kann eine Haushaltshilfe eine wichtige Unterstützung sein. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Kosten für diese Leistung. Grundlage dafür ist insbesondere § 38 des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V).
Doch wann besteht tatsächlich ein Anspruch? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wie lange wird eine Haushaltshilfe bezahlt und welche Kosten müssen Versicherte selbst tragen?
In diesem Artikel erfahren Sie, wann die Krankenkasse die Kosten für eine Haushaltshilfe übernimmt, wie die Antragstellung funktioniert und worauf Sie achten sollten.
1. In welchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die gesetzliche Krankenversicherung kann eine Haushaltshilfe in verschiedenen gesundheitlichen Situationen finanzieren. Die wichtigsten Fälle sind in § 38 SGB V geregelt.
Haushaltshilfe während eines Krankenhausaufenthalts
Wenn eine versicherte Person stationär im Krankenhaus behandelt wird und deshalb ihren Haushalt nicht weiterführen kann, besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein Anspruch auf Haushaltshilfe.
Eine wichtige Voraussetzung ist, dass im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Unterstützung noch keine zwölf Jahre alt ist oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.
Außerdem darf keine andere im Haushalt lebende Person die notwendigen Haushaltsaufgaben übernehmen können.
Einzelnorm+1
Haushaltshilfe nach einer schweren Krankheit
Auch bei einer schweren Erkrankung kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen. Das gilt ebenfalls bei einer akuten Verschlimmerung einer bereits bestehenden Krankheit.
In diesen Fällen ist ein Kind im Haushalt nicht zwingend erforderlich. Versicherte können grundsätzlich bis zu vier Wochen Haushaltshilfe erhalten, wenn sie die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Bei diesem besonderen Anspruch darf grundsätzlich keine Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 vorliegen. Wer eine Haushaltshilfe über die Krankenkasse benötigt, kann sich bei Verenas Hausservice über passende Unterstützungsmöglichkeiten informieren.
Einzelnorm+1
Haushaltshilfe nach einer ambulanten Operation
Auch nach einer ambulanten Operation kann eine Haushaltshilfe infrage kommen. Der Gesetzgeber nennt ambulante Operationen ausdrücklich als möglichen Anlass für eine Unterstützung bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit.
Entscheidend ist, dass die gesundheitlichen Folgen des Eingriffs eine selbstständige Haushaltsführung unmöglich machen und die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Die Operation allein garantiert allerdings noch keine Kostenübernahme.
Haushaltshilfe nach einem Krankenhausaufenthalt
Nach einer stationären Behandlung sind Patienten nicht immer sofort wieder vollständig belastbar. Schmerzen, Erschöpfung oder eingeschränkte Beweglichkeit können alltägliche Arbeiten erschweren.
Wenn eine schwere Krankheit oder eine akute Verschlimmerung vorliegt, kann der besondere Anspruch auf Haushaltshilfe nach dem Krankenhausaufenthalt greifen.
Haushaltshilfe während einer Rehabilitation
Auch bei bestimmten medizinischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen kann die Krankenkasse eine Haushaltshilfe übernehmen. Hier gelten ebenfalls besondere Voraussetzungen, insbesondere hinsichtlich eines im Haushalt lebenden Kindes und der fehlenden Unterstützung durch andere Haushaltsangehörige.
Einzelnorm+1
2. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Ob die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bezahlt, hängt von der persönlichen und gesundheitlichen Situation ab. Nicht jede Erkrankung oder vorübergehende Einschränkung führt automatisch zu einem Leistungsanspruch.
Folgende Voraussetzungen sind besonders wichtig:
Medizinische Notwendigkeit
Die gesundheitliche Situation muss dazu führen, dass die betroffene Person ihren Haushalt nicht selbstständig weiterführen kann. Eine ärztliche Bescheinigung sollte den Unterstützungsbedarf nachvollziehbar dokumentieren.
Keine andere Person kann den Haushalt übernehmen
Nach § 38 Abs. 3 SGB V besteht ein Anspruch nur, soweit keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt weiterführen kann.
Dabei kommt es auf die tatsächlichen Möglichkeiten dieser Person an. Allein die Tatsache, dass jemand im selben Haushalt lebt, bedeutet nicht automatisch, dass diese Person sämtliche Aufgaben übernehmen kann.
Passende gesetzliche Anspruchsgrundlage
Die Situation muss eine der gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Je nachdem, ob es sich beispielsweise um eine Krankenhausbehandlung oder eine schwere Erkrankung handelt, gelten unterschiedliche Bedingungen.
Besondere Voraussetzungen bei Pflegebedürftigkeit
Beim besonderen Anspruch wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung ist Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2 bis 5 grundsätzlich ausgeschlossen. Für die Versorgung eines Kindes gelten jedoch zusätzliche gesetzliche Regelungen.
Ärztlicher Nachweis
Die medizinische Notwendigkeit muss in der Regel durch eine ärztliche Bescheinigung bestätigt werden. Die endgültige Entscheidung über die Kostenübernahme trifft die Krankenkasse.
Einzelnorm+1
3. Welche Rolle spielt das Alter der Kinder?
Das Alter der Kinder ist bei bestimmten Anspruchsgrundlagen besonders wichtig.
Wenn die Haushaltshilfe wegen einer Krankenhausbehandlung oder einer bestimmten Vorsorge- beziehungsweise Rehabilitationsmaßnahme benötigt wird, muss grundsätzlich ein Kind im Haushalt leben, das bei Beginn der Unterstützung noch keine zwölf Jahre alt ist oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.
Bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit gilt dagegen eine besondere Regelung. Hier kann auch ohne ein solches Kind ein Anspruch für bis zu vier Wochen bestehen.
Lebt ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes und hilfebedürftiges Kind im Haushalt, kann sich dieser besondere Anspruch auf bis zu 26 Wochen verlängern.
Die Pflegebedürftigkeit der versicherten Person schließt die Haushaltshilfe zur Versorgung des Kindes nach dieser gesetzlichen Regelung nicht aus.
Einzelnorm+1
4. Wie lange übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Dauer der Kostenübernahme hängt von der jeweiligen Anspruchsgrundlage ab.
| Situation | Möglicher Leistungszeitraum |
| Schwere Krankheit oder akute Verschlimmerung | Bis zu 4 Wochen |
| Schwere Krankheit mit entsprechendem Kind im Haushalt | Bis zu 26 Wochen |
| Krankenhausbehandlung mit anspruchsberechtigtem Kind | Nach den gesetzlichen Voraussetzungen und dem erforderlichen Bedarf |
| Zusätzliche Satzungsleistungen | Je nach Krankenkasse |
Die Zeiträume stellen gesetzliche Höchstgrenzen dar, keine automatische Bewilligung für die gesamte Dauer. Die Krankenkasse prüft den tatsächlichen Bedarf und den Umfang der erforderlichen Unterstützung.
Darüber hinaus können einzelne Krankenkassen durch ihre Satzung zusätzliche Leistungen anbieten. Diese können auch andere Situationen oder längere Unterstützungszeiträume umfassen.
Einzelnorm+1
5. Welche Aufgaben übernimmt eine Haushaltshilfe?
Eine Haushaltshilfe übernimmt notwendige alltägliche Arbeiten, die aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr selbstständig erledigt werden können.
Der konkrete Umfang richtet sich nach dem individuellen Bedarf und der Bewilligung der Krankenkasse.
Typische Aufgaben sind:
Reinigung der Wohnung
- Staubsaugen und Wischen
- Staubwischen und Reinigen von Oberflächen
- Reinigung von Bad und Küche
- Aufräumen der wichtigsten Wohnbereiche
- Entsorgung des Hausmülls
Einkaufen und Besorgungen
- Einkauf von Lebensmitteln
- Besorgung von Hygieneartikeln
- Einkauf notwendiger Haushaltsprodukte
- Erledigung vereinbarter Besorgungen
Kochen und Zubereitung von Mahlzeiten
Eine Haushaltshilfe kann einfache Mahlzeiten vorbereiten, Speisen zubereiten und die Küche anschließend aufräumen.
Wäschepflege
- Waschen und Trocknen von Kleidung
- Zusammenlegen der Wäsche
- Wechseln von Bettwäsche
- Pflege von Handtüchern und Haushaltswäsche
Betreuung von Kindern
Wenn Kinder im Haushalt leben und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Haushaltshilfe auch deren Betreuung und Beaufsichtigung umfassen.
Wichtig ist die Abgrenzung zu einem Pflegedienst. Eine Haushaltshilfe übernimmt nicht automatisch medizinische Behandlungspflege, Wundversorgung oder umfassende persönliche Pflege.
GKV-Spitzenverband+1
6. Wie hoch ist die Zuzahlung für eine Haushaltshilfe?
Wenn die Krankenkasse die Haushaltshilfe bewilligt, übernimmt sie die Kosten im genehmigten Umfang.
Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen grundsätzlich eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese beträgt zehn Prozent der täglichen Kosten, mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Kalendertag der Leistungsinanspruchnahme.
Ein Beispiel:
| Tägliche Kosten | Gesetzliche Zuzahlung |
| 30 Euro | 5 Euro |
| 50 Euro | 5 Euro |
| 80 Euro | 8 Euro |
| 120 Euro | 10 Euro |
| 150 Euro | 10 Euro |
Die Beträge sind Beispiele zur Veranschaulichung der gesetzlichen Berechnung. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Befreiung von Zuzahlungen möglich.
Bei Haushaltshilfe im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Entbindung gelten besondere Regelungen zur Zuzahlung.
Einzelnorm+1
7. Wie beantragt man die Kostenübernahme bei der Krankenkasse?
Wer eine Haushaltshilfe benötigt, sollte sich möglichst frühzeitig an seine Krankenkasse wenden. Bei geplanten Operationen oder Krankenhausaufenthalten empfiehlt sich die Antragstellung bereits vor dem medizinischen Eingriff.
Schritt 1 – Ärztliche Beratung
Zunächst sollte der behandelnde Arzt über die gesundheitlichen Einschränkungen informiert werden. Er beurteilt, ob eine Haushaltshilfe medizinisch notwendig ist.
Schritt 2 – Ärztliche Bescheinigung erhalten
Der Arzt dokumentiert den Bedarf und beschreibt möglichst genau, warum die Haushaltsführung nicht mehr selbstständig möglich ist.
Hilfreiche Angaben sind:
- Medizinischer Grund für die Unterstützung
- Art und Umfang der Einschränkungen
- Voraussichtlicher Unterstützungszeitraum
- Erforderliche Tätigkeiten im Haushalt
Schritt 3 – Krankenkasse kontaktieren
Versicherte sollten ihre Krankenkasse kontaktieren und das Antragsformular für eine Haushaltshilfe anfordern.
Dabei kann direkt geklärt werden, welche gesetzlichen oder zusätzlichen Satzungsleistungen infrage kommen.
Schritt 4 – Antrag einreichen
Der vollständig ausgefüllte Antrag wird zusammen mit der ärztlichen Bescheinigung bei der Krankenkasse eingereicht.
Die eigene Haushaltssituation sollte ebenfalls nachvollziehbar beschrieben werden. Besonders wichtig ist die Information, ob eine andere Person im Haushalt die notwendigen Arbeiten übernehmen kann.
Schritt 5 – Bewilligung abwarten
Die Krankenkasse prüft die Unterlagen und entscheidet über den Anspruch.
Bei einer Bewilligung werden normalerweise der genehmigte Zeitraum und der Umfang der Unterstützung festgelegt.
Schritt 6 – Haushaltshilfe organisieren
Viele Krankenkassen vermitteln geeignete Anbieter oder arbeiten mit Vertragspartnern zusammen. Falls keine Haushaltshilfe gestellt werden kann oder besondere Gründe vorliegen, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine selbst organisierte Unterstützung erstattet werden.
Vor einer privaten Beauftragung sollte die Kostenübernahme unbedingt mit der Krankenkasse geklärt werden.
GKV-Spitzenverband+1
8. Kann man eine Haushaltshilfe selbst organisieren?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, eine Haushaltshilfe selbst zu organisieren.
Nach § 38 Abs. 4 SGB V müssen angemessene Kosten erstattet werden, wenn die Krankenkasse keine Haushaltshilfe stellen kann oder ein Grund besteht, davon abzusehen.
Allerdings gelten besondere Regeln:
- Die Kosten müssen im angemessenen Rahmen liegen.
- Die Erstattung sollte vorab mit der Krankenkasse abgestimmt werden.
- Für Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grad werden grundsätzlich keine Kosten für die Arbeitsleistung erstattet.
- Notwendige Fahrtkosten und Verdienstausfälle solcher Angehörigen können unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden.
Wer eine selbst organisierte Haushaltshilfe einsetzen möchte, sollte deshalb vorher die genauen Bedingungen mit der Krankenkasse besprechen.
Einzelnorm+1
9. Was gilt, wenn die Krankenkasse den Antrag ablehnt?
Nicht jeder Antrag wird automatisch bewilligt. Eine Ablehnung kann beispielsweise erfolgen, wenn die medizinische Notwendigkeit nicht ausreichend nachgewiesen wurde oder eine andere im Haushalt lebende Person die Aufgaben übernehmen kann.
Betroffene sollten den Ablehnungsbescheid sorgfältig prüfen.
Wenn die Entscheidung aus ihrer Sicht nicht richtig ist, können sie grundsätzlich Widerspruch einlegen. Die Frist beträgt bei einem ordnungsgemäß mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehenen Bescheid in der Regel einen Monat nach Bekanntgabe.
Zusätzliche ärztliche Unterlagen können hilfreich sein, um die tatsächlichen Einschränkungen und den Unterstützungsbedarf genauer darzustellen.
Auch eine Nachfrage nach zusätzlichen Satzungsleistungen der Krankenkasse kann sinnvoll sein, wenn kein gesetzlicher Anspruch nach der allgemeinen Regelung besteht.
10. Was ist der Unterschied zwischen Haushaltshilfe und Pflegeleistungen?
Haushaltshilfe und Pflegeleistungen werden häufig miteinander verwechselt. Beide Angebote können Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen unterstützen, haben aber unterschiedliche Aufgaben.
| Haushaltshilfe | Ambulante Pflege |
| Reinigung der Wohnung | Unterstützung bei der Körperpflege |
| Einkaufen und Besorgungen | Hilfe bei der Mobilität |
| Kochen und Mahlzeiten vorbereiten | Bestimmte pflegerische Maßnahmen |
| Wäschepflege | Medizinische Behandlungspflege bei entsprechender Verordnung |
| Allgemeine Haushaltsorganisation | Pflegebezogene Unterstützung |
Welche Leistung benötigt wird, hängt von der persönlichen Situation ab. In manchen Fällen können Haushaltshilfe und ambulante Pflege ergänzend organisiert werden.
11. Können Krankenkassen zusätzliche Leistungen anbieten?
Ja. Neben den gesetzlichen Mindestregelungen können Krankenkassen in ihrer Satzung weitere Möglichkeiten für die Kostenübernahme einer Haushaltshilfe vorsehen.
Das ist besonders interessant für Menschen, die aufgrund einer Erkrankung Unterstützung benötigen, aber die allgemeinen gesetzlichen Voraussetzungen nicht vollständig erfüllen.
Je nach Krankenkasse können beispielsweise folgende Erweiterungen vorgesehen sein:
- Haushaltshilfe auch ohne Kinder im Haushalt
- Unterstützung bei weiteren Krankheitsfällen
- Abweichende Altersgrenzen für Kinder
- Längere Unterstützungszeiträume
- Erweiterte Leistungen bei besonderen familiären Situationen
Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich von Krankenkasse zu Krankenkasse. Deshalb lohnt sich eine direkte Nachfrage bei der eigenen Versicherung.
Einzelnorm+2
Häufig gestellte Fragen zur Kostenübernahme einer Haushaltshilfe
Wann bezahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten unter anderem bei bestimmten Krankenhausbehandlungen, medizinischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen sowie bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit. Die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
Kann ich eine Haushaltshilfe ohne Pflegegrad erhalten?
Ja. Für den besonderen Anspruch wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung ist ein Pflegegrad nicht grundsätzlich erforderlich. Allerdings darf dabei grundsätzlich keine Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2 bis 5 vorliegen.
Muss ein Kind im Haushalt leben?
Nicht in jedem Fall. Bei bestimmten Krankenhaus-, Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen ist ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes und hilfebedürftiges Kind grundsätzlich Voraussetzung. Bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung kann dagegen auch ohne Kind ein Anspruch bestehen.
Wie lange bezahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?
Bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung sind grundsätzlich bis zu vier Wochen möglich. Wenn ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes und hilfebedürftiges Kind im Haushalt lebt, kann sich dieser Anspruch auf bis zu 26 Wochen verlängern. Andere Anspruchsgrundlagen haben eigene Voraussetzungen.
Wie viel muss ich für eine Haushaltshilfe zuzahlen?
Für Erwachsene beträgt die gesetzliche Zuzahlung zehn Prozent der täglichen Kosten, mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Kalendertag.
Brauche ich eine ärztliche Bescheinigung?
In der Regel ja. Der Arzt muss die medizinische Notwendigkeit und den Unterstützungsbedarf bestätigen. Die Krankenkasse entscheidet anschließend über die Kostenübernahme.
Kann ich die Haushaltshilfe selbst auswählen?
Das ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Krankenkasse sollte vorher bestätigen, ob eine selbst organisierte Haushaltshilfe anerkannt wird und welche Kosten erstattet werden.
Übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten nach einer ambulanten Operation?
Ja, das kann möglich sein. § 38 SGB V nennt ambulante Operationen ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Anspruch bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit. Die übrigen Voraussetzungen müssen ebenfalls erfüllt sein.
Was kann ich bei einer Ablehnung tun?
Sie können den Bescheid prüfen und bei Bedarf Widerspruch einlegen. Die Frist beträgt bei ordnungsgemäßer Rechtsbehelfsbelehrung normalerweise einen Monat nach Bekanntgabe.
Fazit
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Haushaltshilfe, wenn eine entsprechende gesetzliche Anspruchsgrundlage besteht und die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Besonders nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder bei einer schweren Erkrankung kann die Unterstützung eine wichtige Entlastung darstellen.
Ein Pflegegrad ist nicht grundsätzlich erforderlich. Allerdings unterscheiden sich die Voraussetzungen je nach Situation. Während bei bestimmten Krankenhaus- und Rehabilitationsleistungen ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes und hilfebedürftiges Kind im Haushalt leben muss, kann bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung auch ohne Kinder ein Anspruch bestehen.
Wer eine Haushaltshilfe benötigt, sollte frühzeitig mit dem behandelnden Arzt und der Krankenkasse sprechen. Eine aussagekräftige ärztliche Bescheinigung, ein vollständig ausgefüllter Antrag und die vorherige Klärung der Kostenübernahme helfen dabei, die notwendige Unterstützung zu organisieren.

